Arbeit macht müde, bringt aber Geld

Wenn wir uns Gedanken um den Nachwuchs machen, dann sollten wir auch darauf achten, wie wir mit unseren Kindern über die Arbeit sprechen. Die Generation Y sitzt zum Abendbrot bei uns zu Hause am Tisch.

Marion_Proft_-didacta

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was uns müde macht, ist doch nicht die Tatsache, dass wir arbeiten. Was uns müde macht, uns ärgert und frustriert ist nicht die Ausführung unserer Arbeitsaufgabe. Wenn wir unsere Fähigkeiten einsetzen können, Erfolg haben und vor allem die Arbeitsbedingungen das zulassen, dann empfinden wir Freude bei der Arbeit. Das, was uns aber oft (sogar in einem Job, der uns Spaß macht) verloren geht, ist die Wahrnehmung dessen, was uns gut gelingt, was wir können und wann wir wirklich erfolgreich waren.

All das wird überlagert von Missmanagement, Führungsschwäche, Sinnlosigkeit, mangelndem Feedback und all das, was uns täglich am Verhalten anderer Menschen nervt, sei es nun Chef, Kunde oder Kollege. Mein Bild sollte einfach nur dazu anregen, den alltäglichen Frust, Stress und die Unzufriedenheit nicht als beherrschendes Gefühl und Thema nach Hause zu bringen. Es macht mich oft betroffen, wie viele Coachingstunden meine Klienten brauchen, um in sich wieder das Gefühl hervorzurufen, dass sie etwas gut können und gute Arbeit leisten. Aber das braucht man, um seinen Kindern von seiner Arbeit zu erzählen. Das Verhältnis zur Arbeit, zum Beruf und zur Wirtschaft entwickelt sich vom ersten Berufswunsch an – und warum sollte man nicht andere Wünsche haben, außer Manager zu werden. Was aber leider in der Beliebtheitsskala ganz weit oben ist, richtig, wegen dem Geld.

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Die Jugend ist Schuld! Sie haben keine Ahnung, keine Lust und kein Benehmen.

Von den Eltern schlecht erzogen, von den Lehrern schlecht gebildet und
vom Leben verwöhnt, kann man sie einfach nicht ausbilden.

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„Weil geeignete Bewerber fehlen, kappt die Wirtschaft Zehntausende Ausbildungsplätze- und verschärft so den Fachkräftemangel.“

Mit dieser Feststellung weckt uns Herausgeber Gabor Steingart heute um 6.45 per E-Mail mit seinem Handelsblatt Morning Briefing. Unter dem Titel „Flucht aus der Ausbildung“ erfährt jeder, der 0,99 € in den Download investiert, dass nur noch jedes fünfte Unternehmen in Deutschland Lehrlinge ausbildet. Im Jahr 2012 waren es 2,2 % weniger als 2011. Auch wenn uns Zahlen bekanntlich nicht wach rütteln, das Bildungsministerium kommt zumindest seiner Verantwortung im Bereich der Statistik nach und recherchiert fleißig. Wenn die erste Aufregung vorbei ist, werden die Ergebnisse auch wie gewohnt veröffentlicht. Inzwischen sickert schon mal die Prognose durch, dass es 2013 bei den Lehrstellen einen weiteren Rückgang um 3% geben wird. Dem folgt ein Aufruf an die Unternehmen, dringend IHRE Lehrstellen zu besetzen um IHREN Fachkräftebedarf zu decken. Der Ball wurde galant abgespielt. Aber nicht angenommen.

Aus Sicht der Wirtschaft geht dieser Appell aber am Kern vorbei: Denn nicht die Firmen tragen die Verantwortung für das sinkende Lehrstellenangebot, sondern die Bewerber, meint DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben im Gespräch mit dem Handelsblatt und sagt: „Es gibt immer weniger ausbildungsreife Jugendliche. Vor allem Kleinbetriebe monieren, dass sie keine Bewerber haben, Jugendliche nicht qualifiziert sind, oder von sich aus die Lehre abbrechen.“

An dieser Stelle sollten alle Eltern tief durchatmen, ihren Morgenkaffee trinken und sich sagen: Bloß gut, dass mein Kind sich nicht für Wirtschaft interessiert, nicht weiß, was die DIHK ist und auch nicht früh morgens das Handelsblatt liest, sondern in der Schule für die Zukunft, für die Chancen und für die Karriere lernt. Weiterlesen

Darf ich vorstellen: Tom

Kurzmitteilung

TomDarf ich vorstellen: Das ist Tom.

Tom ist Berufseinsteiger. Auf seinem Weg in die Wirtschaft hat er irgendwie den Überblick verloren. Er leidet schon ziemlich lange an Orientierungslosigkeit. Deshalb hat er sich die Tüte über den Kopf gestülpt. Das hat den Vorteil, dass er diese Karrieremessen, Flyer, Beratungsbücher, Broschüren, Plakate und Internetseiten nicht dauernd vor Augen hat. Zudem überhört er so diese Frage, die ihn inzwischen ziemlich nervt:  Was willst Du einmal werden?

Viele Informationen, viel Papier, zu viel Zukunft

3D Brille

Tom war gestern auf der didacta. Er hat seine Tüte kurzzeitig gegen eine 3D-Brille getauscht und in die Zukunft geguckt. Das digitale Klassenzimmer sah dann auch ganz stylisch aus. Letztlich konnte er sich nicht so sehr  begeistern wie seine Lehrer. Die Pädagogen sind ja schließlich auch die Zielgruppe dieser weltweit größten Bildungsmesse.

Als Schüler gehörte Tom da eher zur Minderheit. Obwohl er die Messestände im Technikbereich wirklich gut fand. Dort konnte er mal sehen wie gearbeitet wird. Es ist ja eher selten heutzutage, dass man mal jemanden mit einem Werkzeug in der Hand sieht. Sonst gucken ja alle immer auf den Monitor oder Flatscreen. Was dann auch an fast allen Messeständen zu beobachten war. Tom hat sich die digitalen Schulbücher, virtuellen Universitäten und multimedialen Nachhilfetools angeguckt und etwas wehmütig an die Spickzettel in seinen Schulbüchern gedacht. In der Zukunft müssen die Schüler wohl auch das Spicken digitalisieren. Aber das funktioniert, da  ist er sich sicher. Schließlich haben unsere Schüler ja große Vorbilder, sogar aus dem Wissenschaftsbereich. Weiterlesen

Tom auf dem Marktplatz Beruf ist Zukunft auf der didacta in Köln

didactaDie didacta startete heute in Köln mit einem Superlativ als „weltweit größte und Deutschlands wichtigste Bildungsmesse. Der Veranstalter spricht von einem „perfekten Überblick“. Na, das ist ganz schön mutig bei dieser Größenordnung. Immerhin werden sich von Dienstag bis Samstag dieser Woche über 100.000 Besucher auf den 73.000 m² tummeln und sich durch die fünf Hallen der Köln-Messe von Stand zu Stand schieben. Es werden rund 800 Aussteller aus 15 Ländern erwartet. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Wenn man bedenkt, dass Bildung in der Kindertagesstätte beginnt und bei der Senioren-Uni endet, gibt es schon ein beachtliches Spektrum für ganz unterschiedliche Zielgruppen. Eigentlich beginnt der Bildungsauftrag ja auch schon viel früher, nämlich bei den Eltern und die werden erfahrungsgemäß auch wieder zahlreich auf der Messe vertreten sein. Spätestens, wenn die Berufswahl des Nachwuchses ansteht, werden sie bekanntlich unruhig. Weiterlesen