Nachwuchsmangel muss weh tun!

Bis der Arzt kommtSo ist das mit dem Mangel, solange er keine Schmerzen verursacht, passiert auch nichts. Nur um etwas zu verbessern, tut keiner was. Auch nicht, wenn man dafür verantwortlich ist. So wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), was ja bekanntlich für die Ausbildung unserer Jugend zuständig ist. Aber nun verursacht der Nachwuchsmangel Probleme, die mancherorts sogar schon weh tun. Und das ist gut so. Der Bildungsklick veröffentlicht im Netz anlässlich der didacta ein Interview mit Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des BIBB.

„Ausbildungsmarketing war bislang kein großes Thema. Schließlich gab es jahrzehntelang genug Ausbildungsnachwuchs für die Betriebe. Doch der anhaltende Rückgang der Schulabgängerzahlen sorgt auch hier für einen Wandel. Jetzt müssen die Betriebe ihre Ausbildungsplätze bewerben und für attraktive Bedingungen sorgen. Ob und wie sie das tun, dazu äußert sich der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, im Interview.“

Der Nachwuchsmangel ist oben angekommen. Das Ausbildungsmarketing der Betriebe wurde als Lösung erkannt. Aber das mit den sinkenden Nachwuchszahlen ist ja leider nur die halbe Wahrheit. Was nicht so gern erwähnt wird, dass viele Berufe und Ausbildungswege ganz einfach unattraktiv geworden sind und dass ganze Branchen ihre Nachwuchssuche seit Jahrzehnten völlig vernachlässigt haben. Dazu kommt, dass sich ca. 50% aller Schulabgänger für ein Studium entscheiden. Also, nur etwas mehr Werbung und ein bisschen mehr Marketing sind hier zu wenig, um den Schmerz zu lindern. Die Wunde ist ziemlich tief und teilweise entzündlich…
Schmerztabletten helfen hier nicht mehr, man sollte sich intensiv um den Patienten kümmern. Die Betriebe dürfen mit dem Problem nicht allein gelassen werden. Hier sind vor allem die vielfältigen Berufsverbände, Bildungsvereine und Kammern in der Verantwortung.
Wenn alle Besucher der didacta Bildungsmesse sich darüber noch einmal Gedanken machen, dann könnte das ja schon etwas bewirken. Denn die, die mit den dort ausgestellten Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien täglich in der Schule, im Studium oder der Berufsschule für die Zukunft lernen, sind unsere Nachwuchskandidaten für die Wirtschaft.

In diesem Sinne

mit besten Grüßen FutureSense.

Die Berliner Agentur FutureSense-BerufsOrientierung & AusbildungsMarketing gibt es übrigens seit 2005.

TwitterXINGLinkedInGoogle+EmailPrintEmpfehlen

Tom auf dem Marktplatz Beruf ist Zukunft auf der didacta in Köln

didactaDie didacta startete heute in Köln mit einem Superlativ als „weltweit größte und Deutschlands wichtigste Bildungsmesse. Der Veranstalter spricht von einem „perfekten Überblick“. Na, das ist ganz schön mutig bei dieser Größenordnung. Immerhin werden sich von Dienstag bis Samstag dieser Woche über 100.000 Besucher auf den 73.000 m² tummeln und sich durch die fünf Hallen der Köln-Messe von Stand zu Stand schieben. Es werden rund 800 Aussteller aus 15 Ländern erwartet. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Wenn man bedenkt, dass Bildung in der Kindertagesstätte beginnt und bei der Senioren-Uni endet, gibt es schon ein beachtliches Spektrum für ganz unterschiedliche Zielgruppen. Eigentlich beginnt der Bildungsauftrag ja auch schon viel früher, nämlich bei den Eltern und die werden erfahrungsgemäß auch wieder zahlreich auf der Messe vertreten sein. Spätestens, wenn die Berufswahl des Nachwuchses ansteht, werden sie bekanntlich unruhig. Weiterlesen