Sich zu entscheiden, muss man lernen

Kurzmitteilung

Laut einer heute veröffentlichten Europäischen Bildungsstudie gehen viele Schüler lieber länger zur Schule als eine Entscheidung zwischen Ausbildung und Studium zu treffen. Sie fühlen sich nicht reif genug für die Wirtschaft, nicht fit genug, um eine Entscheidung zu treffen, nicht informiert genug, um das Gefühl zu haben, ihre Möglichkeiten und Optionen wirklich zu kennen.

„Den Jugendlichen gehe es vor allem darum, sich Wahlmöglichkeiten offen zu halten, sagte Prof. Andreas Walther, Leiter des Projekts «Regulierung von Bildungsverläufen in Europa» ( Goete – Governance of Educational Trajectories in Europe) in Frankfurt. Das deutsche dreigliedrige Schulsystem mache ihnen das aber schwer.Nach dem Ergebnis einer internationalen Studie in acht europäischen Ländern möchten in Deutschland 75 Prozent der Schüler nach der neunten oder zehnten Klasse weiter zur Schule gehen – «auch gegen den Rat von Lehrern» , sagte Walther.“

Eigene Entscheidungen zu treffen, die Konsequenzen für das eigene Leben haben, muss man lernen. Man lernt dies am besten, wenn man frühzeitig von Eltern und Lehrern in Entscheidungen eingebunden wird, wenn man nach seiner Meinung gefragt wird, erst genommen wird und lernt, Verantwortung zu übernehmen.

Das Gefühl, dass einem Lehrer und/oder Eltern ein schulisches Weiterkommen nicht zutrauen, wiegt schwer. Es hinterlässt in manchen Fällen Verletzungen, die man nicht vergisst, auch nicht, wenn man auf dem Zweiten Bildungsweg sein Abitur nachholt.

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